Sprichwörtliches
aus der Bibel

Wer anderen eine Grube gräbt,
fällt selbst hinein
    

Dieses alte Sprichwort kennt wohl jeder – ob jung oder alt. Hier geht es um Schadenfreude, und die gab es schon immer unter den Menschen. Mitmenschen eine Falle stellen, das kann man im wahrsten Sinne des Wortes oder auch im übertragenen Sinne.

Wir finden dieses Sprichwort im Alten Testament, im Abschnitt über »Weisheit und Torheit« des Predigers Salomo (Kapitel 10,8): »Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen, und wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen.«
In allen biblischen Varianten dieses Sprichwortes (Psalm 7,16; 9,16; Sprüche 26,27; Sirach 27,29) geht es darum, dass jemand für seinen persönlichen Vorteil anderen Schaden zufügen möchte und dann selbst den Schaden hat: »Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.«

Die Art, wie wir unsere Nachbarn, Partner, Kinder, Arbeitskollegen oder Flüchtlinge in unserem Land behandeln, fällt auf uns zurück.
Das Sprichwort ist eine klare Absage an jede Schadenfreude und ein Aufruf, der Bosheit ein Ende zu setzen.

Denn unser Handeln an unseren Mitmenschen hat für uns Konsequenzen. Und sei es nur darin, dass es unseren Charakter prägt und unser Herz weicher oder härter macht, liebevoller oder verschlossener.
Daran hat sich seit dem Alten Testament nichts geändert.

Dr. Ursula Bernhardt

Foto von Arthur Miranda auf Unsplash