
Sprichwörtliches
aus der Bibel
Stein des Anstoßes
Wohl jeder von uns war schon mal Stein des Anstoßes, weil er etwas gesagt oder getan hat, das für andere zum Ärgernis wurde.
Stein des Anstoßes: ein Bild, eine Redewendung, die scheinbar leicht verständlich ist. Wo kommt sie her? Begeben wir uns auf Spurensuche.
Die Spur führt uns zum Apostel Petrus. Er schreibt an die in Christus lebenden und wegen ihres Glaubens angefeindeten Gemeinden in den römischen Provinzen Kleinasiens (im Gebiet der heutigen Türkei). Seine Worte sollen sie stärken und ermutigen, an ihrem Glauben festzuhalten und standhaft zu bleiben. Dazu greift er ein Bild auf, das auf den Propheten Jesaia und Psalm 118 zurückgeht: Christus als lebendiger Stein und die Kirche als geistiges Haus aus lebendigen Steinen (1. Petr 2,6-8):
»Es steht ja schon in der Heiligen Schrift: ›Seht, ich lege in Jerusalem einen ausgewählten, kostbaren Grundstein. Wer auf ihn baut und ihm vertraut, steht fest und sicher.‹ Ihr habt durch euren Glauben erkannt, wie wertvoll dieser Grundstein ist. Für alle aber, die nicht glauben, gilt das Wort: ›Der Stein, den die Bauleute weggeworfen haben, weil sie ihn für unbrauchbar hielten, ist zum Grundstein des ganzen Hauses geworden.‹ Und: ›Er ist ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.‹ An ihm stoßen sich alle, die nicht auf Gottes Botschaft hören wollen. So hat Gott es für sie bestimmt.«
An Jesus Christus scheiden sich die Geister – damals wie heute. Entweder ist er Grundstein oder Stolperstein. Für die römische Besatzungsmacht und die religiöse Führungsschicht seiner Zeit war er mit seiner Lehre eine Provokation. Er stand ihnen im Weg wie ein Stein, an dem man sich stößt.
Für uns heutige Christen ist Jesus Christus kein Stein des Anstoßes, sondern das Fundament unseres Glaubens. Bekennen wir uns kompromisslos zu ihm und vertrauen ihm.
Ursula Bernhardt
Foto von Arthur Miranda auf Unsplash
